Kündigungen durch schlechtes Onboarding – ein unterschätztes Risiko für Unternehmen
- jsteffen69
- 14. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Die meisten Kündigungen passieren nicht nach Jahren, sondern in den ersten Wochen.Nicht wegen des Gehalts. Nicht wegen der Aufgaben.Sondern wegen eines schlechten Starts.
Onboarding ist einer der entscheidendsten, aber gleichzeitig am meisten unterschätzten Faktoren für Mitarbeiterbindung. Unternehmen investieren viel in Recruiting – verlieren neue Mitarbeiter aber oft wieder, bevor diese überhaupt produktiv werden.
Die Realität: Kündigungen beginnen am ersten Arbeitstag
Studien zeigen:
Ein erheblicher Teil der Kündigungen erfolgt innerhalb der ersten 90 Tage
Viele neue Mitarbeiter entscheiden bereits in der ersten Woche, ob sie bleiben wollen
Schlechte Einarbeitung ist einer der häufigsten Kündigungsgründe in der Probezeit
Was dabei häufig übersehen wird:Die Kündigung ist nicht der Anfang des Problems – sie ist das Ergebnis.
Was schlechtes Onboarding konkret bedeutet
Schlechtes Onboarding ist selten „gar kein Onboarding“.Meist sieht es so aus:
Keine klare Struktur für die ersten Tage
Fehlende Informationen zu Prozessen, Tools und Erwartungen
Abhängigkeit von einzelnen Kollegen
Überforderung bei gleichzeitiger Unterforderung
Kaum Feedback oder Orientierung
Für neue Mitarbeiter entsteht dadurch ein Gefühl von:
Unsicherheit
Isolation
Fehlerangst
Frustration
Und genau dieses Gefühl führt dazu, dass sich Menschen innerlich verabschieden – oft lange bevor sie offiziell kündigen.
Die psychologische Seite: Warum Mitarbeiter früh gehen
Der erste Eindruck zählt – auch im Arbeitsleben.In den ersten Wochen stellt sich jeder neue Mitarbeiter unbewusst drei Fragen:
Gehöre ich hierher?
Bin ich hier erfolgreich?
Hat sich meine Entscheidung gelohnt?
Schlechtes Onboarding liefert auf alle drei Fragen die falschen Antworten.
Statt Sicherheit entsteht Chaos.Statt Klarheit entsteht Abhängigkeit.Statt Motivation entsteht Zweifel.
Die Folge: Mitarbeiter beginnen sich umzusehen – manchmal schon, bevor sie ihre E-Mail-Signatur richtig eingerichtet haben.
Die wirtschaftlichen Folgen von Kündigungen in der Probezeit
Eine Kündigung in den ersten Monaten ist besonders teuer:
Recruiting-Kosten waren bereits angefallen
Einarbeitungszeit wurde investiert
Andere Mitarbeiter waren gebunden
Produktivität wurde verzögert
Teamdynamik wurde gestört
Ein früher Abgang kostet nicht nur Geld, sondern auch:
Zeit
Energie
Vertrauen in Prozesse
Arbeitgeberattraktivität
Je häufiger das passiert, desto größer wird das strukturelle Problem.
Gutes Onboarding ist kein „Nice-to-have“
Ein strukturiertes Onboarding sorgt dafür, dass neue Mitarbeiter:
schneller produktiv werden
weniger Fehler machen
sich sicherer fühlen
emotional an das Unternehmen binden
länger bleiben
Unternehmen mit professionellen Onboarding-Prozessen verzeichnen:
niedrigere Fluktuation
höhere Mitarbeiterzufriedenheit
bessere Performance
stabilere Teams
Kurz gesagt:Gutes Onboarding zahlt sich aus – menschlich und wirtschaftlich.
Der Schlüssel: Struktur vor dem ersten Arbeitstag
Ein entscheidender Hebel liegt vor dem ersten Arbeitstag:
Klare Erwartungshaltung
Standardisierte Inhalte
Einheitliche Wissensvermittlung
Unabhängigkeit von einzelnen Kollegen
Digitale Onboarding-Lösungen ermöglichen genau das:Wissen, Prozesse und Kultur strukturiert, nachvollziehbar und skalierbar zu vermitteln – bevor Unsicherheit entsteht.
Fazit: Kündigungen sind oft vermeidbar
Die meisten Kündigungen durch schlechtes Onboarding sind kein Zufall, sondern ein Symptom.Ein Symptom fehlender Struktur, fehlender Klarheit und fehlender Priorisierung.
Wer Kündigungen reduzieren will, sollte nicht erst beim Exit-Gespräch ansetzen –sondern beim ersten Tag.
Oder besser gesagt: davor.
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